Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun

Am 23.August 2001hatte es die Gemeindevertretung einstimmig beschlossen, wenige Tage später, am 4. September wird in einem Festakt im Westflügel Ludwig Georg Braun die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Morschen verliehen. Bürgermeister Herbert Wohlgemuth hebt in seiner Laudatio die außergewöhnlichen Verdienste des Melsunger Unternehmers hervor: Ohne Brauns persönlichen Einsatz bei auftretenden Schwierigkeiten während der Bauarbeiten und bei der Finanzierung, ohne dessen Ideen und Initiativen, hochkarätige Veranstaltungen schon während der Bauphase in den Klosterräumen durchzuführen und ohne Brauns erfolgreiches Werben um Spendengelder wäre man sicher noch weit von dem gesteckten Ziel entfernt. Altmorschens ehemaliger Pfarrer Günter Schaub bringt es in einem launig vorgetragenem Gedicht auf den Punkt mit der Zeile "Hätte doch zu seinem Schutz jedes Denkmal einen Lutz". Parlamentsvorsitzender Karl-Heinrich Schönewald dankt dem neuen Ehrenbürger für die Gemeindevertretung.

Ludwig Georg Braun wird 1943 in Kassel geboren. In seiner Heimatstadt Melsungen besucht er nach der Volksschule das Gymnasium. Dem Abitur folgen eine Ausbildung bei der Deutschen Bank in Kassel zum Bankkaufmann, praktische betriebswirtschaftliche Studien in England und in den USA und die Übernahme der Geschäftsleitung der Laboratorios Americano S.A. Niteroi in Brasilien, einer Gesellschaft mit 1600 Mitarbeitern. 1972 tritt er in das Unternehmen seiner Vorfahren, die B.Braun Melsungen AG ein. Seit 1972 ist er dort Vorstandsmitglied, ab 1977 Sprecher des Vorstandes und später Vorstandsvorsitzender der weltweit agierenden Firma mit 1999/2000 27.500 Mitarbeitern. Sein ehrenamtliches Engagement ist vielfältig. In seiner Heimatstadt wird er Stadtverordneter und leitet über Jahre Melsungens größten Verein, die MT 1861. Er engagiert sich in der Region, ist unter anderem Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Ehrensenator der Gesamthochschule Kassel. Seit 1991 ist er Präsident der Industrie- und Handelskammer in Kassel und seit dem 13. Februar 2001 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages in Berlin.

1990 wird die Idee geboren, einen Förderverein Kloster Haydau zu gründen. Dieser Verein soll vor allem den Restaurierungsablauf fördern, die Verwaltung des Klosters während und nach der Restaurierung organisieren, eine Stiftung für Kloster Haydau einrichten, Spenden einwerben und kulturelle, wissenschaftliche und allgemeinbildende Ausstellungen und Veranstaltungen organisieren. Landeskonservator Professor Dr. Gottfried Kiesow kann Ludwig Georg Braun für diese Aufgabe als Vorsitzenden des Fördervereins gewinnen. Unter der Führung von Ludwig Georg Braun wird das Nutzungskonzept Zug um Zug schon während der Sanierungsarbeiten umgesetzt. Mit den fünf Schwerpunkten
- Familienfeiern
- Tagungen
- Kultur
- Wissenschaft
- Touristik
soll "neues Leben in alte Mauern" gebracht werden. Wenn es gilt Spenden zu erbitten, geht er selbst mit bestem Beispiel voran. Die Zustifterveranstaltungen, die er initiiert, bringen größere Beträge. Namhafte Vertreter der Wirtschaft wie zum Beispiel Hilmar Kopper, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank oder Hans-Peter Stihl, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages, referieren vor zahlungskräftigen Zuhörern aus ganz Deutschland im Kloster. Doch unter den rund 20.000 Einzelspenden sind auch viele "kleinere" Beträge, die zum Erfolg der Stiftung beitragen und das Konto des Fördervereins kontinuierlich anwachsen lassen.

In seiner Laudatio in der Feierstunde erinnert Bürgermeister Herbert Wohlgemuth noch einmal an die Stationen von 1990 bis zum Abschluß der Sanierungsmaßnahmen im Herbst 2001 und hält fest:
Wie gut dem Förderverein seine selbst gestellte Aufgabe gelungen ist, zeigt die Tatsache, daß die Unterstiftung Kloster Haydau bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit einem Stiftungskapital von über 1,5 Millionen DM die erfolgreichste nach der Stiftung Frauenkirche Dresden ist. Sehr geehrter Herr Braun, sie haben mit Ihrem Wirken zum Wohle unserer Heimatgemeinde Morschen ein Beispiel für herausragenden bürgerschaftlichen Einsatz zur Erhaltung unserer einmaligen Klosteranlage gegeben. Durch Ihr Wirken haben Sie die Gemeinde Morschen weit über die Gemeindegrenzen hinweg bekannt gemacht. Sie haben in der Gemeinde Morschen Geschichte geschrieben, wir wollen Ihnen und Ihrer Familie Heimat sein.

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