Waltari Bergmann

* 9. Juni 1918 in Berlin-Lichterfelde
+ 9. Oktober 2000 in Treysa

 

Keiner, der mit ihm zu tun hatte, ist von der Ausstrahlung dieser starken Persönlichkeit unbeeindruckt geblieben. Alle, die ihn näher kennen lernen durften, wissen, dass Freundschaften zu schließen und diese zu pflegen ihm über alles geht. Diese Wesensmerkmale und seine Tätigkeiten als Pädagoge, Heimatforscher und Repräsentant der Chöre haben ihn zu einer der bekanntesten und geachtetsten Persönlichkeiten Hessens werden lassen.

Waltari Bergmann wird am 9. Juni 1918 in Berlin-Lichterfelde geboren. In Holzweiß bei Bitterfeld wird er eingeschult, besucht bis 1937 das Reformgymnasium in Bitterfeld und studiert bis 1939 an der Hochschule für Lehrerbildung in Cottbus in der Niederlausitz. Erste Berufserfahrungen als Lehrer sammelt er in Langenthal im Kreis Hofgeismar und in Veithsteinbach und Eichenried in der Rhön.

Dann wird er Soldat. Holland, Frankreich, Rußland, Jugoslawien. Jahre, die bei ihm wie bei vielen seiner Altersgenossen tiefe Spuren hinterlassen haben.

Zahlreiche Dorfchroniken stammen aus seiner Feder. Auch als ihn 1958 Bürgermeister Richard Horchler und Dr.Eduard Puhl bitten, das Festbuch zur 700-Jahrfeier Neumorschens zu schreiben, sagt er nicht nein. Es wird die erste umfassende Geschichte des Mörscher Raumes, in dem er bald seine endgültige Heimat findet: Als die Landschulreform sich ankündigt, lockt ihn Bürgermeister Jakob Frankfurth nach Altmorschen. Hier wird er 1961 Hauptschullehrer und in stürmisch werdenden Zeiten 1965 Rektor der entstehenden Georg-August-Zinn Mittelpunktschule. Jakob Frankfurth und Waltari Bergmann sind die Garanten für die Einrichtung und den Ausbau der Mittelpunktschule. Waltari Bergmann beendet seine Tätigkeit als Pädagoge 1981 durch Versetzung in den Ruhestand. Rechtzeitig genug, um sein siebzehntes Buch zu schreiben: "Tausendjähriges Morschen".

Tausende von Sängerinnen und Sängern kennen das markante Erscheinungsbild Waltari Bergmanns aus seinen über 2000 Auftritten bei örtlichen Veranstaltungen. 32 Jahre lang, von 1962 bis 1994 ist er Vorsitzender des Sängerkreises Heiligenberg. Im April 1994 geht er nach 24 Jahren als Präsident des Mitteldeutschen Sängerbundes beim Bundessängertag in Homberg von der Bühne und wird Ehrenpräsident.

Seine freundlichen und dennoch deutlichen Erinnerungen, die Sänger in der öffentlichen Zuwendung ebenso zu behandeln wie die Sportler, oder seine stetigen Mahnungen "Rettet Kloster Haydau" blieben bei den Politikern nicht ohne Wirkung. Nie wurde er bei aller Beharrlichkeit verletzend.

Daß er "nebenbei" noch fast ein Vierteljahrhundert Kreisnaturschutzbeauftragter und Vorsitzender der Lehrergewekschaft war, bezeugt den Respekt vor seiner Persönlichkeit.

Vielfach wird Waltari Bergmann aufgrund seines außergewöhnlichen Engagements für die Allgemeinheit geehrt. 1981 wird er Morschens erster Ehrenbürger. Adelshausen und Bergheim hatte ihm bereits diese Würde verliehen. Heinebach benennt eine Straße nach ihm. Franz Baier überreicht ihm den Ehrenbrief des Landes Hessen, August Franke das Bundesverdienstkreuz am Bande und Ministerpräsident Walter Wallmann 1989 das Bundesverdienstkreuz 1.Klasse. 1994 zeichnet ihn Ministerpräsident Hans Eichel mit dem Hessischen Verdienstorden aus. Er erhält die Ehrenplaketten der Kreise Hersfeld-Rotenburg und Schwalm-Eder. Der Mitteldeutsche Sängerbund verleiht ihm seine höchste Auszeichnung, die Louis-Spohr-Plakette, der Hessische und der Deutsche Sängerbund die Ehrenplaketten. Fast unüberschaubar die Ehrenmitgliedschaften, Ehrennnadeln- und teller vieler Chöre und Sängerkreise.

Seine Hoffnung und die seiner Freunde, daß er, der Mahner zur Rettung des Klosters den Abschluss der Sanierungsarbeiten noch erleben kann, erfüllten sich nicht. Waltari Bergmann stirbt am 9. Oktober 2000.

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