Nachruf Joachim Kohlhaas
Die Gemeinde Morschen trauert um ihren ehemaligen Bürgermeister Joachim Kohlhaas
Joachim Kohlhaas
20. Dezember 1943 – 29. September 2026
Mit Joachim Kohlhaas verliert die Gemeinde Morschen eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg in besonderer Weise mit der Entwicklung und Geschichte unserer Gemeinde verbunden war. Als Bürgermeister der Gemeinde Morschen hat er von 1974 bis 1998 insgesamt 24 Jahre lang Verantwortung für die Gemeinde und ihre Bürgerinnen und Bürger getragen. Als erster Bürgermeister der Gesamtgemeinde Morschen nach der kommunalen Gebietsreform hat er deren Entwicklung von Beginn an maßgeblich begleitet und geprägt.
In seine lange Amtszeit fielen zahlreiche Veränderungen und wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der Gemeinde. Dabei galt sein besonderes Augenmerk der Entwicklung der einzelnen Ortsteile, der Stärkung des ländlichen Raumes sowie dem Erhalt der historischen und kulturellen Identität Morschens.
Bereits ab Mitte der 1970er Jahren setzte die erste Dorferneuerung in der Gemeinde Morschen in den Ortsteilen Altmorschen, Neumorschen und Wichte wichtige Akzente. Die Maßnahmen zielten darauf, gewachsene Ortsstrukturen zu erhalten, historische Bausubstanz zu bewahren und die Ortskerne als Lebens- und Begegnungsräume zu stärken.
Die Entwicklung der Dörfer und die Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum waren Joachim Kohlhaas wichtige Anliegen. Er setzte sich dafür ein, gewachsene Strukturen zu erhalten, Ortskerne zu stärken und zugleich die Gemeinde zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Kloster Haydau – ein besonderes Lebenswerk
Von herausragender Bedeutung für sein kommunalpolitisches und später auch sein ehrenamtliches Wirken war unser Kloster Haydau in Altmorschen. Die Rettung, Sanierung und dauerhafte Sicherung dieses bedeutenden historischen Bauwerks waren für Joachim Kohlhaas eine Aufgabe, der er sich mit großer persönlicher Überzeugung widmete.
Die Sanierung und Entwicklung des Klosters Haydau von 1986 bis 2005 war ein langjähriger und anspruchsvoller Prozess. Nach der 1000-Jahr-Feier Morschens im Jahr 1985 wurde die finanzielle Absicherung der Sanierung erreicht; 1986 begann die umfangreiche Sanierung des Klosters. Sie entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem bedeutenden Denkmalpflegeprojekt.
Joachim Kohlhaas begleitete diesen Weg während seiner gesamten Amtszeit als Bürgermeister und auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt. Dabei arbeitete er eng mit bedeutenden Persönlichkeiten der Denkmalpflege zusammen. Besonders hervorzuheben sind Prof. Dr. Gottfried Kiesow und Katharina Thiersch.
Joachim Kohlhaas erkannte früh die besondere Bedeutung des Klosters Haydau für Morschen und weit darüber hinaus. Sein Ziel war es nicht allein, die historische Bausubstanz zu bewahren. Vielmehr ging es ihm darum, dem Kloster eine dauerhafte Zukunft und eine angemessene Nutzung zu geben und damit einen Ort zu schaffen, der für die Gemeinde, ihre Bürgerinnen und Bürger sowie für Besucher aus nah und fern von Bedeutung ist.
Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war die Gründung des Fördervereins Kloster Haydau am 29. Januar 1990. Joachim Kohlhaas gehörte zu den Gründungsmitgliedern und engagierte sich im Vorstand des Vereins. Der Förderverein unterstützte die Sanierung und setzte sich für die langfristige Erhaltung und Nutzung des Klosters ein.
Langjähriges Engagement für das Deutsche Rote Kreuz
Neben seinem kommunalpolitischen Wirken und seinem Einsatz für Kloster Haydau nahm auch das Deutsche Rote Kreuz einen bedeutenden Platz im ehrenamtlichen Wirken von Joachim Kohlhaas ein.
Joachim Kohlhaas war über viele Jahre im DRK-Kreisverband Schwalm-Eder engagiert. Insgesamt gehörte er 24 Jahre dem Kreisvorstand an. Über einen Zeitraum von rund 18 Jahren leitete er den Kreisverband als Vorsitzender. Ende 2011 schied er aus dieser Funktion aus. Das DRK würdigte ausdrücklich die langjährige und erfolgreiche Arbeit von Joachim Kohlhaas an der Spitze des Kreisverbandes.
Damit erstreckte sich sein ehrenamtliches Wirken über viele Jahrzehnte und unterschiedliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Kommunale Verantwortung, Denkmalpflege, Heimatverbundenheit und soziales Engagement waren für ihn keine voneinander getrennten Aufgaben, sondern Ausdruck einer tiefen Verbundenheit mit den Menschen und der Region.
Anerkennung und Auszeichnungen
Sein Einsatz für Kloster Haydau und sein langjähriges ehrenamtliches Wirken fanden auch über die Grenzen Morschens hinaus Anerkennung.
Im März 2005 wurde Joachim Kohlhaas mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde ihm durch den damaligen Hessischen Wissenschaftsminister Udo Corts im Festsaal des Klosters Haydau überreicht. Gewürdigt wurden insbesondere seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten und sein langjähriges Engagement.
Die Verleihung dieser hohen staatlichen Auszeichnung steht beispielhaft für die Anerkennung, die Joachim Kohlhaas für sein jahrzehntelanges Wirken erfahren hat.
Verantwortung über die Amtszeit hinaus
Auch in den folgenden Jahren blieb Joachim Kohlhaas der Entwicklung von Kloster Haydau verbunden. Mit der Stiftung Kloster Haydau, die im Jahr 2010 als rechtsfähige Stiftung anerkannt wurde, setzte sich sein Engagement fort.
Joachim Kohlhaas wurde gemeinsam mit Karl Kellner zum ersten Stiftungsvorstand bestellt. Später übernahm er den Vorsitz des Stiftungsvorstands. Damit trug er auch weiterhin Verantwortung für die langfristige Sicherung und Entwicklung des Klosters.
Bemerkenswert ist, dass sich sein Engagement damit über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten erstreckte: von seinen Anfängen als Bürgermeister und den ersten kommunalen Weichenstellungen für die Entwicklung Morschens über die schwierigen Jahre der Rettung und Sanierung von Kloster Haydau bis hin zu seiner späteren Tätigkeit im Förderverein und in der Stiftung.
Sein Wirken war dabei von der Überzeugung geprägt, dass Verantwortung für die eigene Gemeinde nicht mit dem Ende einer Amtszeit endet. Joachim Kohlhaas blieb Morschen und insbesondere den Anliegen der Denkmalpflege, der Heimatpflege, des sozialen Engagements und der Bewahrung des kulturellen Erbes auch nach seiner aktiven Zeit als Bürgermeister eng verbunden.
Für seine Verdienste um die Gemeinde Morschen und sein jahrzehntelanges Engagement gebührt Joachim Kohlhaas unser besonderer Dank und unsere Anerkennung.
Mit seinem Tod verliert die Gemeinde Morschen einen ehemaligen Bürgermeister, der ihre Entwicklung über einen Zeitraum von 24 Jahren entscheidend mitgestaltet hat. Zugleich verlieren wir einen Menschen, der sich auch nach seiner aktiven kommunalpolitischen Tätigkeit mit großer Beharrlichkeit und persönlicher Verbundenheit für die Belange unserer Gemeinde und der Menschen in unserer Region eingesetzt hat.
Sein Name wird insbesondere mit der Entwicklung, Rettung und Bewahrung von Kloster Haydau in besonderer Weise verbunden bleiben.
Das heute weit über die Grenzen Morschens hinaus bekannte Kulturdenkmal erinnert auch an die Menschen, die sich über viele Jahre für seine Erhaltung und Zukunft eingesetzt haben. Joachim Kohlhaas gehört zweifelsfrei zu diesen Persönlichkeiten.
Die Gemeinde Morschen wird Joachim Kohlhaas ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen. Ihnen gilt in diesen schweren Stunden unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Anteilnahme.
Anja Maaßen: Vorsitzende der Gemeindevertretung
Roland Zobel: Bürgermeister
Benjamin Grieper: Vorsitzender Personalrat
Hinweis:
Die Gemeindeverwaltung hat im Foyer des Rathauses ab
Montag, dem 05. Oktober 2026
ein Kondolenzbuch ausgelegt, in das sich alle Personen, die sich mit Joachim Kohlhaas verbunden fühlen, einen letzten Gruß eintragen können. Diese Möglichkeit besteht zu den üblichen Öffnungszeiten.
Die Gemeinde Morschen trauert um ihren ehemaligen Bürgermeister Joachim Kohlhaas
Joachim Kohlhaas
20. Dezember 1943 – 29. September 2026
Mit Joachim Kohlhaas verliert die Gemeinde Morschen eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg in besonderer Weise mit der Entwicklung und Geschichte unserer Gemeinde verbunden war. Als Bürgermeister der Gemeinde Morschen hat er von 1974 bis 1998 insgesamt 24 Jahre lang Verantwortung für die Gemeinde und ihre Bürgerinnen und Bürger getragen. Als erster Bürgermeister der Gesamtgemeinde Morschen nach der kommunalen Gebietsreform hat er deren Entwicklung von Beginn an maßgeblich begleitet und geprägt.
In seine lange Amtszeit fielen zahlreiche Veränderungen und wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der Gemeinde. Dabei galt sein besonderes Augenmerk der Entwicklung der einzelnen Ortsteile, der Stärkung des ländlichen Raumes sowie dem Erhalt der historischen und kulturellen Identität Morschens.
Bereits ab Mitte der 1970er Jahren setzte die erste Dorferneuerung in der Gemeinde Morschen in den Ortsteilen Altmorschen, Neumorschen und Wichte wichtige Akzente. Die Maßnahmen zielten darauf, gewachsene Ortsstrukturen zu erhalten, historische Bausubstanz zu bewahren und die Ortskerne als Lebens- und Begegnungsräume zu stärken.
Die Entwicklung der Dörfer und die Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum waren Joachim Kohlhaas wichtige Anliegen. Er setzte sich dafür ein, gewachsene Strukturen zu erhalten, Ortskerne zu stärken und zugleich die Gemeinde zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Kloster Haydau – ein besonderes Lebenswerk
Von herausragender Bedeutung für sein kommunalpolitisches und später auch sein ehrenamtliches Wirken war unser Kloster Haydau in Altmorschen. Die Rettung, Sanierung und dauerhafte Sicherung dieses bedeutenden historischen Bauwerks waren für Joachim Kohlhaas eine Aufgabe, der er sich mit großer persönlicher Überzeugung widmete.
Die Sanierung und Entwicklung des Klosters Haydau von 1986 bis 2005 war ein langjähriger und anspruchsvoller Prozess. Nach der 1000-Jahr-Feier Morschens im Jahr 1985 wurde die finanzielle Absicherung der Sanierung erreicht; 1986 begann die umfangreiche Sanierung des Klosters. Sie entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem bedeutenden Denkmalpflegeprojekt.
Joachim Kohlhaas begleitete diesen Weg während seiner gesamten Amtszeit als Bürgermeister und auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt. Dabei arbeitete er eng mit bedeutenden Persönlichkeiten der Denkmalpflege zusammen. Besonders hervorzuheben sind Prof. Dr. Gottfried Kiesow und Katharina Thiersch.
Joachim Kohlhaas erkannte früh die besondere Bedeutung des Klosters Haydau für Morschen und weit darüber hinaus. Sein Ziel war es nicht allein, die historische Bausubstanz zu bewahren. Vielmehr ging es ihm darum, dem Kloster eine dauerhafte Zukunft und eine angemessene Nutzung zu geben und damit einen Ort zu schaffen, der für die Gemeinde, ihre Bürgerinnen und Bürger sowie für Besucher aus nah und fern von Bedeutung ist.
Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war die Gründung des Fördervereins Kloster Haydau am 29. Januar 1990. Joachim Kohlhaas gehörte zu den Gründungsmitgliedern und engagierte sich im Vorstand des Vereins. Der Förderverein unterstützte die Sanierung und setzte sich für die langfristige Erhaltung und Nutzung des Klosters ein.
Langjähriges Engagement für das Deutsche Rote Kreuz
Neben seinem kommunalpolitischen Wirken und seinem Einsatz für Kloster Haydau nahm auch das Deutsche Rote Kreuz einen bedeutenden Platz im ehrenamtlichen Wirken von Joachim Kohlhaas ein.
Joachim Kohlhaas war über viele Jahre im DRK-Kreisverband Schwalm-Eder engagiert. Insgesamt gehörte er 24 Jahre dem Kreisvorstand an. Über einen Zeitraum von rund 18 Jahren leitete er den Kreisverband als Vorsitzender. Ende 2011 schied er aus dieser Funktion aus. Das DRK würdigte ausdrücklich die langjährige und erfolgreiche Arbeit von Joachim Kohlhaas an der Spitze des Kreisverbandes.
Damit erstreckte sich sein ehrenamtliches Wirken über viele Jahrzehnte und unterschiedliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Kommunale Verantwortung, Denkmalpflege, Heimatverbundenheit und soziales Engagement waren für ihn keine voneinander getrennten Aufgaben, sondern Ausdruck einer tiefen Verbundenheit mit den Menschen und der Region.
Anerkennung und Auszeichnungen
Sein Einsatz für Kloster Haydau und sein langjähriges ehrenamtliches Wirken fanden auch über die Grenzen Morschens hinaus Anerkennung.
Im März 2005 wurde Joachim Kohlhaas mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde ihm durch den damaligen Hessischen Wissenschaftsminister Udo Corts im Festsaal des Klosters Haydau überreicht. Gewürdigt wurden insbesondere seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten und sein langjähriges Engagement.
Die Verleihung dieser hohen staatlichen Auszeichnung steht beispielhaft für die Anerkennung, die Joachim Kohlhaas für sein jahrzehntelanges Wirken erfahren hat.
Verantwortung über die Amtszeit hinaus
Auch in den folgenden Jahren blieb Joachim Kohlhaas der Entwicklung von Kloster Haydau verbunden. Mit der Stiftung Kloster Haydau, die im Jahr 2010 als rechtsfähige Stiftung anerkannt wurde, setzte sich sein Engagement fort.
Joachim Kohlhaas wurde gemeinsam mit Karl Kellner zum ersten Stiftungsvorstand bestellt. Später übernahm er den Vorsitz des Stiftungsvorstands. Damit trug er auch weiterhin Verantwortung für die langfristige Sicherung und Entwicklung des Klosters.
Bemerkenswert ist, dass sich sein Engagement damit über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten erstreckte: von seinen Anfängen als Bürgermeister und den ersten kommunalen Weichenstellungen für die Entwicklung Morschens über die schwierigen Jahre der Rettung und Sanierung von Kloster Haydau bis hin zu seiner späteren Tätigkeit im Förderverein und in der Stiftung.
Sein Wirken war dabei von der Überzeugung geprägt, dass Verantwortung für die eigene Gemeinde nicht mit dem Ende einer Amtszeit endet. Joachim Kohlhaas blieb Morschen und insbesondere den Anliegen der Denkmalpflege, der Heimatpflege, des sozialen Engagements und der Bewahrung des kulturellen Erbes auch nach seiner aktiven Zeit als Bürgermeister eng verbunden.
Für seine Verdienste um die Gemeinde Morschen und sein jahrzehntelanges Engagement gebührt Joachim Kohlhaas unser besonderer Dank und unsere Anerkennung.
Mit seinem Tod verliert die Gemeinde Morschen einen ehemaligen Bürgermeister, der ihre Entwicklung über einen Zeitraum von 24 Jahren entscheidend mitgestaltet hat. Zugleich verlieren wir einen Menschen, der sich auch nach seiner aktiven kommunalpolitischen Tätigkeit mit großer Beharrlichkeit und persönlicher Verbundenheit für die Belange unserer Gemeinde und der Menschen in unserer Region eingesetzt hat.
Sein Name wird insbesondere mit der Entwicklung, Rettung und Bewahrung von Kloster Haydau in besonderer Weise verbunden bleiben.
Das heute weit über die Grenzen Morschens hinaus bekannte Kulturdenkmal erinnert auch an die Menschen, die sich über viele Jahre für seine Erhaltung und Zukunft eingesetzt haben. Joachim Kohlhaas gehört zweifelsfrei zu diesen Persönlichkeiten.
Die Gemeinde Morschen wird Joachim Kohlhaas ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen. Ihnen gilt in diesen schweren Stunden unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Anteilnahme.
Anja Maaßen Roland Zobel Benjamin Grieper
Vorsitzende der Gemeindevertretung Bürgermeister Vorsitzender Personalrat
Hinweis:
Die Gemeindeverwaltung hat im Foyer des Rathauses ab
Montag, dem 05. Oktober 2026
ein Kondolenzbuch ausgelegt, in das sich alle Personen, die sich mit Joachim Kohlhaas verbunden fühlen, einen letzten Gruß eintragen können. Diese Möglichkeit besteht zu den üblichen Öffnungszeiten.


